Von der Assistenz zur Verantwortung: Wie KI die Rolle von Associates neu definiert

Der technologische Wandel hat viele Bereiche unserer Arbeitswelt tiefgreifend verändert – und generative KI legt derzeit das Fundament für eine noch radikalere Transformation. Besonders deutlich wird das in einer aktuellen Untersuchung von Prof. Manuel Hoffmann (Harvard Business School) und einem begleitenden Interview mit Edwige Sacco, Head of Workforce Innovation bei KPMG. Die zentrale Erkenntnis: Associates übernehmen heute Aufgaben, die bislang Manager erledigt haben – mit Unterstützung durch KI.

Der Status Quo: KI als Hebel zur Entlastung des mittleren Managements

Die Studie untersuchte das Verhalten von über 50.000 Softwareentwicklern, die entweder mit oder ohne GitHub Copilot arbeiteten. Das Ergebnis: Die mit KI arbeitenden Entwickler verbrachten signifikant weniger Zeit mit Projektmanagement und fokussierten sich stärker auf ihre Kernaufgaben. Das Management wurde „teilweise automatisiert“, weil Koordination, Rückfragen und Wissensweitergabe durch KI schneller und individueller unterstützt werden konnten.

Erwartungshaltung an Associates wächst

In einem Interview mit der Harvard Business Review schildert Edwige Sacco die praktischen Auswirkungen bei KPMG:

„Meine Erwartung an Associates ist gestiegen – sie sollten heute vorbereitet in ein Meeting oder Strategiegespräch gehen, so wie es früher nur Manager getan haben.“
Dank KI können Associates Kundeninformationen schneller analysieren, Vorschläge vorbereiten und strategisch argumentieren – in einem Bruchteil der früher benötigten Zeit.

Die Folge: Die klassische Hierarchie beginnt zu verschwimmen. Der Unterschied zwischen Associate und Manager wird fließender. Manche Associates übernehmen bereits projektbezogene oder sogar strategische Aufgaben, die zuvor nur Führungskräfte verantwortet haben.

Der neue Rollenspagat: Wenn KI Kompetenzen demokratisiert

Was passiert, wenn alle Mitarbeitenden Zugang zu denselben Wissens- und Analysetools haben? Ganz einfach: Leistungsunterschiede werden neu verteilt. Weniger erfahrene Mitarbeitende profitieren besonders stark – sie können mit Hilfe von KI eigenständiger arbeiten, Wissenslücken schließen und produktiv bleiben.
Und Führungskräfte? Sie gewinnen Zeit für die wirklich menschlichen Themen: Coaching, Beziehungsmanagement und Entscheidungsfindung unter Unsicherheit.

Organisationen stehen vor der Frage: „Was automatisieren wir – und wer profitiert?“

Ein zentrales Takeaway der Studie: Wer KI in Organisationen einführt, muss bewusst entscheiden, welche Aufgaben delegiert werden können und wer dadurch gestärkt wird. Besonders agile Unternehmen beginnen jetzt damit, Aufgabenprofile neu zu definieren – nicht mehr nur nach Hierarchie, sondern nach Wertschöpfung.

Mensch & KI im Tandem: Die neue Realität im Arbeitsalltag

KI ersetzt keine Manager – aber sie verändert deren Aufgabenportfolio. Gleichzeitig werden Associates durch intelligente Systeme in die Lage versetzt, komplexere Aufgaben zu übernehmen. Der entscheidende Unterschied liegt künftig in den „menschlichen Fähigkeiten“: Kommunikation, Empathie, Interpretation und Führungsstärke.

Die Harvard Business Review fasst zusammen:

„AI is blurring the lines between middle managers and associates.“

Fazit: Verantwortung verteilt sich neu – und Organisationen müssen umdenken

Die beschriebenen Entwicklungen zeigen: KI wird zum Kompetenzhebel für alle Ebenen der Organisation. Besonders im Projektgeschäft und der Beratung gewinnen junge Talente durch KI an Tiefe und Geschwindigkeit – sie können heute Aufgaben übernehmen, für die früher ein Jahrzehnt Erfahrung nötig war.

Aber auch das Top-Management ist gefragt: Es gilt, Erwartungen neu zu formulieren, Talente gezielt zu fördern und den Wandel nicht nur zuzulassen, sondern aktiv zu gestalten.


Quelle:

Der Beitrag basiert auf dem Artikel „How AI Is Redefining Managerial Roles“ von Ana Moreno, erschienen in der Harvard Business Review (Juli–August 2025) sowie dem begleitenden Interview mit Edwige Sacco, KPMG.


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