KI macht produktiver – aber weniger motiviert? Was Führungskräfte über den verdeckten Trade-off wissen müssen

Generative KI verändert unsere Arbeit – und das mit beeindruckender Geschwindigkeit. Studien zeigen, dass Menschen mithilfe von ChatGPT & Co. schneller schreiben, strukturierter denken und qualitativ bessere Ergebnisse erzielen. Doch eine neue Studie aus der Harvard Business Review (Mai 2025) warnt: Produktivität steigt, aber Motivation sinkt.

Was auf den ersten Blick wie ein Nebeneffekt klingt, hat tiefgreifende Folgen für Unternehmen, die KI umfassend einführen wollen. Denn: Wenn Mitarbeitende sich zunehmend entkoppelt fühlen, kann das langfristig zu Demotivation, Bore-out und geringerer Identifikation führen – auch in hochqualifizierten Fachbereichen wie Finance, Tax oder Legal.


Die Kernerkenntnis: Besserer Output, geringere Eigenverantwortung

Die Studie von Liu et al. untersuchte in vier Experimenten mit über 3.500 Personen, wie sich generative KI auf Leistung und innere Haltung auswirkt.

Ergebnisse:

  • + Produktivität: Aufgaben wurden effizienter erledigt, Texte waren analytischer, empathischer und strukturierter.
  • – Motivation: In Folgeaufgaben ohne KI-Unterstützung sank die intrinsische Motivation um durchschnittlich 11 %, während Langeweile um 20 % zunahm.

Besonders problematisch: Dieser Effekt trat auch bei kreativen, selbstbestimmten Aufgaben auf – also genau jenen, die für Engagement und Zufriedenheit entscheidend sind.


Warum die Motivation leidet

Der Hauptgrund liegt laut Studie im psychologischen Prinzip der Autonomie. Wenn Menschen das Gefühl haben, dass sie nicht selbst der „Autor“ ihrer Arbeit sind – etwa weil ein Großteil vom KI-Modell stammt –, sinkt ihre emotionale Bindung an die Aufgabe.

„GenAI nimmt oft die kognitiv spannendsten Teile der Arbeit ab – und damit auch das Gefühl von Herausforderung und Selbstwirksamkeit.“
(Liu et al., 2025)

Dazu kommt ein Kontrasteffekt: Wer mit KI arbeitet, empfindet klassische Aufgaben (z. B. manuelle Prüfung, Kommunikation, Recherche) danach oft als mühsam und langweilig.


Was heißt das für Accounting, Finance, Legal & Tax?

Gerade in diesen Bereichen ist KI oft im Einsatz, um:

  • Berichte, Memos oder Kommentare vorzuformulieren
  • steuerliche oder rechtliche Fragen zu analysieren
  • offene Posten oder Vertragsrisiken zu bewerten
  • KPI-Abweichungen zu kommentieren

Solche Aufgaben sind repetitiv, aber inhaltlich anspruchsvoll. Wenn sie komplett durch KI ersetzt werden, sinkt langfristig das fachliche Engagement – und mit ihm die Lernkurve, Selbstständigkeit und Verlässlichkeit im Team.


Deine Lösung: Rollenbasierte Prompts für hybride Zusammenarbeit

Was die Studie vorschlägt: Nicht KI ersetzen, sondern integrieren. Menschen sollen mitdenken, nicht nur konsumieren. Hier kommen deine Prompt-Vorlagen ins Spiel:

HerausforderungLösung durch deine Prompts
KI übernimmt zu vielPrompt definiert explizit, was der Mensch ergänzt
Motivation sinktPrompt fordert Einschätzung, Plausibilitätscheck oder Alternativvorschlag
Ergebnis wirkt fremdPrompt gibt Tonalität, Rolle und Zielgruppe vor

Beispiel:

„Erstelle eine Liste plausibler steuerlicher Risiken für den Jahresabschluss. Bitte bewerte anschließend selbst, welche Punkte du für realistisch hältst – und wo du abweichst.“

Solche Vorlagen kombinieren Effizienz durch KI with fachlicher Eigenverantwortung – und das schützt vor Demotivation.


Handlungsempfehlungen aus der Studie – direkt umsetzbar

  1. Kombiniere KI mit aktiver Reflexion: KI darf Vorlagen liefern – aber Menschen sollen erweitern, prüfen, bewerten.
  2. Strukturiere Workflow abwechslungsreich: Beginne mit analytischen Aufgaben, nutze KI danach zur Unterstützung – nicht umgekehrt.
  3. Erkläre den KI-Anteil transparent: Wer weiß, was die Maschine tut und was er selbst beitragen soll, bleibt motivierter.
  4. Biete Prompt-Trainings an: Menschen, die verstehen, wie sie KI lenken, behalten das Steuer in der Hand – und damit ihre Motivation.

Quelle:

Liu, Y., Wu, S., Ruan, M., Chen, S., & Xie, X. (2025): Research: Gen AI Makes People More Productive—and Less Motivated, Harvard Business Review, 13. Mai 2025.


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